Tätigkeitsbericht 2017

Tätigkeitsbericht des Vereins Helfen e.V. für das Geschäftsjahr 2017

 

 

Nachdem der Helfen e.V. Anfang des Jahres 2016 gegründet wurde und dank der Tatsache, dass die Akteure einige Erfahrung aus vorherigen Engagements mitgebracht hatten sofort von Null auf 100 durchstarten konnte wurde die erfolgreiche Vereinsarbeit im Jahr 2017 fortgeschrieben uns ausgebaut.

Dabei konnte der niederschwellige Charakter der Hilfsangebote des Vereins aufrecht erhalten, gleichzeitig aber die Arbeitsweise weiter professionalisiert und somit auch effektiver werden, so das mit möglichst geringem Aufwand ein Maximum an Hilfeleistungen erreicht werden kann.

Den Gründungsmitgliedern des Vereins war es wichtig, dass der Verein unabhängig von öffentlichen Stellen und Mitteln ist und bleibt, um die satzungsgemäße politische Neutralität zu wahren und sicherzustellen, dass die Finanzierung der Hilfsangebote nicht vom oft kurzfristigem Umschwenken der öffentlichen Meinung bzw. den tagespolitischen Prioritäten beeinflusst wird. Der Finanzbedarf des Vereins wird ausschließlich durch eine Vielzahl von Kleinspenden und einzelnen Sachzuwendungen finanziert.

Vormalige sogenannte „Problemimmobilien“ sind lange kernsaniert und die Tatsache, dass die […] Rumänen  und Bulgaren inzwischen die zahlenmäßig stärksten Ethnien in Duisburg […] neben den Einwohnern türkischer Staatsangehörigkeit“ bilden (Quelle: https://www.duisburg.de/vv/medien/dez_i/textbeitrag012017.pdf) und mit ca. 17.000 Personen (Stand: Anfang 2017) maßgeblich dazu beigetragen haben, dass Duisburg sich mit mehr als 500.000 Einwohnern wieder „Große Großstadt“ nennen kann ist in den Medien höchstens eine Randnotiz.

Viele der Zugezogenen aus Südosteuropa sind inzwischen in Duisburg angekommen, doch viele brauchen auch vor wie nach Hilfe und Unterstützung, denn sie leben seit 2-3 Jahren, manche vielleicht seit 5-6 Jahren in Duisburg, aber nicht bereits seit Jahrzehnten. Aber sie möchten in Duisburg bleiben und sind nicht – anders als viele Flüchtlinge im frühen Stadium des Verfahrens – nur wenige Wochen oder Monate in der Stadt. Deswegen lohnt es sich, langfristig in diese Menschen zu investieren.

Dieses langfristige Engagement sicher der Helfen e.V. durch eine breite Basis vieler Kleinspender sowie weitere Aktivitäten ab, bei denen gleichzeitig die finanzielle Basis das Vereins verbreitert und den Klienten des Vereins im Sinne der Satzung geholfen wird.

 

Vereinsprojekt: Sozial & Rechtsberatung

Der wichtigste Baustein im Hilfsangebot für die betroffenen Menschen ist das Beratungs- und Hilfsangebot von Helfen e.V.

Um der gestiegenen Nachfrage nach Hilfe für die betroffenen Menschen entsprechen zu können war es notwendig, weitere Sprachmittler auf Minijobbasis einzustellen. Dieses erfolgte über das Vereinsprojekt „Integration durch Arbeit“. So konnten der Helfen e.V. im Jahr 2017 vor allem seine Arbeit neben den Klienten, die rumänisch, Romanes der Türkisch sprechen auch auf die bulgarisch sprechende Klientel bzw. bulgarische Romanes-Dialekte ausweiten.

Das Sozialberatungsangebot des Vereins wird weiter sehr stark von Hilfesuchenden Menschen in Anspruch genommen

Im Jahr 2017

  • haben wir mehr als 4500 Beratungsgespräche im Beratungsbüro geführt
  • für Hilfsbedürftige haben wir mehr als 12000 Briefe gelesen,
  • mehr als 6000 Anträge ausgefüllt und Briefe geschrieben,
  • mehr als 4000 Telefongespräche geführt und
  • mehr als 1200 Faxe versendet.
  • In mehr als 400 Fällen wurden über uns Rechtsanwälte beauftragt um den Betroffenen zu helfen
  • In mehr als 350 Fällen wurden Klienten durch Begleitbesuche als Beistand in den verschiedenen Ämtern Hilfe geleistet

Diese Aufgaben erfüllen ehrenamtliche Helfer in Zusammenarbeit mit denn tätigen Sprachmittlern.

Regelmäßig alle 3 Wochen findet zudem in unserem Beratungsbüro in Hochfeld eine offene Gratis-Rechtsberatung durch einen Rechtsanwalt statt, die jedes Mal von mindestens 20-30 Hilfe suchenden Menschen in Anspruch genommen wird.

 

Vereinsprojekt: Kleiderkammer

Im November 2017 eröffnete der Verein eine Kleiderkammer.  Durch einen glücklichen Zufall wurde direkt neben unserem Beratungsbüro in Hochfeld ein weiteres (wenn auch recht kleines) Ladenlokal frei, dessen Eigentümer sich nach Verhandlungen bereit erklärte uns denn Laden zu einem sehr moderaten Mietpreis zu vermieten.

Unser Ziel war es, eine Kleiderkammer einzurichten in dem sich Menschen mit Geringem Familieneinkommen und oft vielen Kindern ohne bürokratischen Aufwand mit Kleidung sowie eventuell kleinen Haushalsartikeln (z.B. Geschirr) versorgen können.

 

Vereinsprojekt: Integration durch Arbeit

Das rein durch Spenden finanzierte Projekt ist weiter ausgebaut worden. Was uns besonders freut und unseren Hilfe-zur-Selbsthilfe-Ansatz bestätigt ist, dass die ersten Teilnehmer aus dem Minijob heraus sozialversicherungspflichtige Jobs, auch in Vollzeit gefunden haben, und jetzt vom Sozialleistungsempfänger zu Steuerzahler geworden sind.

 

Beteiligung: D.E.F. Die Europäische Freizügigkeit UG (haftungsbeschränkt)

Ebenfalls Anfang 2017 ist der Helfen e.V. einen auf den ersten Blick ungewöhnlichen Schritt gegangen und hat sich zu 49% an einem neu gegründeten privatwirtschaftlichen Unternehmen, der D.E.F. UG beteiligt. Mitgründer ist ein örtlicher Unternehmer, der einerseits die unternehmerische Erfahrung einbringt und die Gründung über seinen Anteil am Stammkapital hinaus auch finanziell unterstützt.

Die D.E.F. UG positioniert sich als „Dienstleister rund um die Immobilie“ und bietet u.a. Hausmeisterdienste sowie kleinere Hilfstätigkeiten am Bau an. Sie stellt die logische Fortsetzung des Vereinsprojektes „Integration durch Arbeit“ dar und bündelt Aktivitäten, die ein gemeinnütziger Verein rein rechtlich nicht am Markt anbieten kann. Gleichzeitig ermöglicht die Beteiligung weit oberhalb der Sperrminorität dem Verein aber eine Aufsicht über die Aktivitäten der D.E.F UG.

Im Rahmen des Vereinsprojektes „Integration durch Arbeit“ war es möglich, Zugewanderte die auch in ihrem Heimatland praktisch keine Berührung mit einem geregelten Arbeitsmarkt hatten in Deutschland durch eine Art „Berufsvorbereitung“ gehen zu lassen um elementare kulturelle Fähigkeiten für eine Arbeitsaufnahme zu entwickeln. Nach dieser Phase in unserem Verein stand natürlich jeweils die Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt an.

Während es dabei durchaus positive Erfahrungen, z.B. in der Logistik-Branche gab überwogen doch die negativen Erfahrungen deutlich. So wurde den Klienten des Vereins oftmals nur Arbeitsverhältnisse angeboten deren Ausgestaltung sich am Rande der Legalität oder mitunter auch jenseits davon bewegte oder es sollte eine Scheinselbständigkeit begründet werden, deren Konsequenzen die Betroffenen nicht im Geringsten hätten abschätzen können und die natürlich in keiner Weise Existenz sichernd gewesen wäre.

Das Eingehen auf derartige Angebote durch Menschen, die sich in Duisburg eine Existenz aufbauen wollen wäre am bösen Ende nicht nur auf den Helfen e.V. zurückgefallen sondern hätte gleichzeitig dem Verein mittelfristig viel unnötige zusätzliche Arbeit beschert.

Mit der D.E.F. UG verfügt der Helfen e.V. nun sozusagen über eine wenn auch kleine „Beschäftigungsgesellschaft“ und ist bemüht, hier faire und nachhaltige, möglichst sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse zu schaffen, die nicht aus arbeitsmarktpolitischen Mitteln sondern durch Umsätze am freien am Markt finanziert werden.

 

 

Daten und Zahlen zum Geschäftsjahr 2017  :

 

Gewinn und Verlustrechnung:

 

Einnahmen Spenden insgesamt:                                                                            91.361,27 €       

 

Der aller größte Teil der Spenden waren Kleinspenden ohne absetzbare Spendenbescheinigung)

 

Vereinsprojekt „Integration durch Arbeit“ reine Lohnkosten                         72.726,23 €

 

Finanziert alleine aus zweckbestimmte Spenden.

 

Miete (Büro und ab November/17 Kleiderkammer ):                                        8.640,00 €                                                                             

 

Betriebsausstattung                                 :                                                                    760,20  €

 

Betriebskosten insgesamt ohne Kfz:                                                                      5.152,11 €                                    

 

Kfz Betriebskosten einschl. Versicherung und Steuern                                       2.506,95 €

 

Kapitaleinlage D.E.F UG                                                                                                 490,00 €

 

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Überschuss und Kassenbestand 31.12.2017:                                                           1085,78 €

 

 

 

Zusammenfassend möchte der Vorstand das Geschäftsjahr 2017 des Vereins Helfen e.V. als großen Erfolg einstufen.
Alle vorhaben die der Verein sich Anfang 2017 gesetzt haben konnten in tat umgesetzt werden. Der Verein Helfen e.V. hat sich hier in Duisburg Hochfeld und weit über die Stadtgrenzen hinaus als Hilfsorganisation für die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft etabliert und tut was der Name des Vereins sagt: Helfen. Es wurden unzähligen Menschen die größtenteils in wirklicher Armut leben effektiv geholfen ihre persönliche Situation zu stabilisieren bzw. zu verbessern, mit dem Ziel, dass diese auf die Hilfestellung des Vereins im unmittelbaren persönlichen Bereich mittelfristig nicht mehr angewiesen sind.
Die Strukturen des Vereins wurden ausgebaut und verfestigt und wir sind Stolz darauf das wir auch dieses Jahr die Verwaltungskosten der gesamten Organisation auf reine Materialkosten begrenzen konnten.
Der Vorstand bedankt sich herzlich bei allen, die es ermöglicht haben, bei den Vereinsmitgliedern, bei den Ehrenamtlern und natürlich bei allen Menschen die für die gute Sache gespendet haben.

 

 

Duisburg 15.01.2017

 

Frank Knott

 

Vorstand Helfen e.V.