Tätigkeitsbericht

Tätigkeitsbericht des Vereins Helfen e.V. für das Geschäftsjahr 2016

 

Der Verein Helfen e.V. wurde am 16.04.2016 gegründet und kurz danach unter der Nummer VR 5609 ins Vereinsregister beim Amtsgericht Duisburg eingetragen. Parallel wurde umgehend mit der Vereinsarbeit begonnen.

 

Leitlinien der Vereinsarbeit

Es muss betont werden das wir beim Verein Helfen e.V. bei absolut Null angefangen haben. Aus der bloßen Idee, die Ärmsten und Schwächsten Menschen in unserer Gesellschaft mit einfachen aber effektiven Mitteln in allen Belangen des täglichen Lebens zu beraten und Hilfe zur Selbsthilfe zu geben heraus, war das Ziel, recht schnell eine Infrastruktur aufzubauen in der das Helfen so niederschwellig und effektiv wie möglich gemacht wird.

Der Verein orientiert sich dabei an dem Leitsatz:

„Wir können zwar nicht die Welt retten aber versuchen sie in unserem direkten Umfeld etwas besser zu machen.“

Den Gründungsmitgliedern des Vereins war es wichtig, dass der Verein unabhängig von staatlichen bzw. städtischen Stellen ist und bleibt, um die satzungsgemäße politische Neutralität zu wahren und sicherzustellen, dass die Finanzierung der Hilfsangebote nicht vom oft kurzfristigem Umschwenken der öffentlichen Meinung beeinflusst wird.

Aus diesem Grund ist es uns wichtig das sämtliche Finanziellen Mittel des Vereins ausschließlich durch Spenden und Zuwendungen finanziert werden, was uns bis zum heutigen Datum gelingt. Was aber auch eine besondere Verantwortung des Vorstandes begründet mit den gespendeten Geldern sparsam und verantwortungsvoll umzugehen und bei zweckgebundenen Zuwendungen den Willen des Spenders umzusetzen.

 

Notwendige Anpassung der Vereinssatzung / Mildtätigkeit / Freistellungsbescheid

Es wurde leider recht schnell klar, dass die bei der Gründung aufgestellte Vereinssatzung für die Anerkennung zur Mildtätigkeit nicht ausreichend war. Daher wurde am 16.07.2016 auf einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung die Vereinssatzung in die heutige Version geändert.

So erfolgte der Bescheid nach §60a Abs,1AO (Freistellung) am 22.09.2016 vom Finanzamt Duisburg-West.

 

Eröffnung des Beratungsbüros Duisburg-Rheinhausen

Zum 01.06.2016 wurde das Beratungsbüro des Vereins in Duisburg Rheinhausen, Friedrich-Alfred-Str. angemietet. Das Büro konnte schon zum 15.05.2017 bezogen werden und somit konnte der Verein die konkrete Arbeit der Sozialberatung aufnehmen.

 

  • Büromöbel, Technik (Computer, Drucker, Scanner usw.) alles andere was für das Funktionieren des Beratungsbüros nötig ist (teilweise neu bzw. wo es möglich und sinnvoll war gebraucht) wurden angeschafft.
  • Die Internet Domain helfen.one wurde eingerichtet und die Webseite des Vereins erstellt und freigeschaltet.
  • Über denn Vorstand wurde ein enger Kontakt zu 2 namhaften Rechtsanwaltskanzleien aufgebaut, so das auch eine fundierte rechtlich einwandfreie Rechtsberatung zu jeder Zeit sichergestellt werden kann.
  • Zum 16.06.2016 konnte für 1000,00 € ein älterer PKW angeschafft und zugelassen werden, was für die Tätigkeit des Vereins extrem wichtig ist, um Hilfesuchende Menschen zu den verschiedenen Ämtern, Behörden usw. begleiten zu können. Die Wahrnehmung mehrerer Termine pro Tag in verschiedenen Ämtern kann mit Hilfe der öffentlichen Verkehrsmittel nicht effektiv gewährleistet werden.

Vom ersten Tag der Eröffnung des Beratungsbüros werden wir sehr stark von Hilfesuchenden Menschen frequentiert (pro Tag zwischen 10 und 20 Beratungsgespräche- das Beratungsbüro ist von Montags-Freitags geöffnet), so dass es sich sehr schnell herausgestellt hat das das Beratungsbüro mit 30qm Fläche viel zu klein ist um auch den Datenschutz der zu Beratenen Menschen zu gewährleisten. Zu dem kamen wir zu der Erkenntnis, dass die Beratung und die Hilfe für die Menschen möglichst wohnortnah angeboten werden muss.

Unsere Stadt Duisburg hat mehrere Stadtteile in dem sehr viele hilfsbedürftige Menschen wohnen. Einer dieser „Brennpunkte“ ist Duisburg-Hochfeld in dem ca. 90% der Menschen die wir Beraten und Helfen wohnen. Der Weg nach Rheinhausen stellte für viele der Hilfesuchenden eine zusäztliche Hürde dar.

 

Umzug des Beratungsbüros nach Duisburg-Hochfeld Ende 2016

Aus den genannten Gründen haben wir ein geeignetes Ladenlokal in Duisburg-Hochfeld gesucht und glücklicherweise gefunden.

Es wurde das Ladenlokal auf der Dickelsbachstr. 2 in 47053 Duisburg zum 15.11.2016 angemietet, und am 21.11.2016 für die Beratung geöffnet. Das bisherige Büro wurde zum nächstmöglichen Termin gekündigt, da es dem Verein aus personeller sowie finanzieller Begründung nicht möglich war, 2 Büros zu unterhalten.

Das neue Beratungsbüro wird vom ersten Tag der Eröffnung an von Hilfesuchenden Menschen praktisch überrannt, so dass täglich zwischen 20 und 50 Beratungsgespräche durchgeführt werden, darüber hinaus werden pro Tag ca. 2-5 Begleitungen zu den verschieden Ämtern von unseren ehrenamtlich arbeitenden Sozialarbeitern durchgeführt.

Derzeit  wenden sich ca. 350 Familien die von Armut betroffen sind regelmäßig an uns. Tendenz ständig steigend.

Durch die dem Verein nahestehenden Rechtsanwälten wird regelmäßig alle 3 Wochen offene gratis Rechtsberatung im Beratungsbüro angeboten, was ebenfalls extrem stark frequentiert ist. Zu jedem Termin erscheinen zwischen 20 und 25 Hilfesuchende.

 

Vereinsprojekt „Integration durch Arbeit“

Ein weiterer Schwerpunkt der Tätigkeit des Vereins ist das Vereinsprojekt „Integration durch Arbeit“.

Im Rahmen dieses Projektes hat der Verein mehrere Minijobs geschaffen und diese bevorzugt an Frauen mit südosteuropäischem Migrationshintergrund vergeben die sonst am Arbeitsmarkt praktisch keine Chance hätten. Eingesetzt werden diese Minijobber im Rahmen der aufsuchenden Quartiersarbeit am Standort Hochfeld und in der näheren Umgebung.

Dabei geht es in erster Linie um den Abbau von Vorurteilen über bestimmte ethnische Gruppen durch die Verbreitung von Informationen auf unterschiedlichen Wegen somit um praktische Arbeit auf den Straßen im Viertel.

Leider ist auch heute noch die Bevölkerungsgruppe der Roma die Gruppe Menschen dehnen zum Teil unerträgliche Vorurteile und Missachtung entgegengebracht werden. Die betrifft vor allem die Roma, die in den letzten Jahren größtenteils aus Rumänien und Bulgarien hier in unsere Stadt gekommen sind.

Ein großer Teil dieser Menschen haben in unserer Stadt nahezu keine Chance auf eine vernünftige Arbeit bzw. vernünftige Wohnung oder gar auf echte Integration. Eine Krankenversicherung oder Sprachkurs/Integrationskurs oder eine vernünftige Arbeit die das Familieneinkommen sichert ist leider sehr oft nur Wunschdenken.

Überall wird diesen Menschen Ablehnung entgegengebracht oder – so ist leider auch unser Eindruck – auch von behördlicher Seite Steine in den Weg gelegt. Ob nun z.B. von der Familienkasse völlig sinnlose und unnötige Nachweise wie z.B. Kindergartenbescheinigung oder Nachweise das Stromversorgungsverträge abgeschlossen worden sind verlangt werden oder z.B. die Bearbeitung von Kindergeldanträgen mal leicht mehr als 6 Monate dauern kann.

Leider gibt es das Vorurteil das diese Menschen, wenn sie nach Deutschland kommen sofort ohne Probleme ALG2 (Harz4) erhalten würden – Ganz klar das Stimmt nicht!

Ein Anspruch auf ALG2 besteht erst dann wenn die Menschen mindestens einen angemeldeten Minijob der mindestens 32 Arbeitsstunden pro Monat, also pro Woche ca. 8 Stunden und den Mindestlohn von derzeit 8,84€  (8,50€ bis 31/12/16) pro Stunde umfassen muss gefunden haben.

Aber man muss bedenken ein großer Teil dieser Menschen hat nie oder max. 4 Jahre eine Schule besucht der allergrößte Teil kann weder lesen noch schreiben in Deutsch schon mal gar nicht.

Ein großer Teil der Frauen hat zumeist mehrere Kinder und keinerlei Berufserfahrung, aus diesen Gründen haben diese Menschen nahezu keine Möglichkeit und Chance einen seriösen Arbeitsplatz zu finden.

Aus diesen Grund leben in unserer Stadt unzählige Menschen in völlig inakzeptablen Wohnverhältnissen, die keine Krankenversicherung haben die von unseriösen Arbeitgebern teilweise zu Dumping Löhnen ausgebeutet werden, die um zu mindestens Essen zu haben oft Betteln gehen oder sonst wie irgendwie über Wasser halten.

Dem wirkt unser Verein u.a. durch die Heranführung an den Arbeitsmarkt in bescheidenem Umfang entgegen.

Zusammenfassung und Ausblick

Das Ziel des Vereins ist den Schwächsten und Ärmsten in unserer Gesellschaft zu helfen, und somit einen Beitrag zur Gerechtigkeit und für den sozialen Frieden zu mindestens in unserer Stadt zu leisten.

Wir sind sehr froh das wir engagierte private Geldgeber gefunden haben, die uns völlig uneigennützig das Geld spenden, das wir benötigten damit wir unser Vereinsprojekt „Integration durch Arbeit“ am 01.06.2016 starten konnten.

Auch hier sehen wir ständig Fortschritte. Einige Frauen die bei uns mit einen Minijob als Reinigungskraft für die eigenen Büroräume angefangen haben sind zwischenzeitlich stabilisiert, machen Sprachkurse, sind krankenversichert usw.

Was uns besonders freut und unseren Hilfe-zur-Selbsthilfe-Ansatz bestätigt ist, dass die ersten Teilnehmer aus dem Minijob heraus sozialversicherungspflichtige Jobs, auch in Vollzeit gefunden haben.

 

Daten und Zahlen zum Geschäftsjahr 15.04.2016 – 31.12.2016:

Gewinn und Verlustrechnung:

 

Einahmen Spenden insgesamt:                                                                                 39400,00 €        

Der aller größte Teil der Spenden waren Spenden ohne absetzbare Spendenbescheinigung)

Vereinsprojekt „Integration durch Arbeit“ reine Lohnkosten                            26754,68 €

Finanziert alleine aus zweckbestimmte Spenden.

Kaution Ladenlokal:                                                                                                          860,00 €

Miete:                                                                                                                                3515,00 €

Betriebsausstattung einschließlich Kfz:                                                                      3659,18 €

Betriebskosten:                                                                                                                1735,88 €

Kfz Betriebskosten einschl. Versicherung und Steuern                                           1884,73 €

Kostenerstattung für Ehrenamtliche Helfer                                                                 331,21 €

Notar Kosten Vereinsgründung                                                                                         92,58 €   

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Überschuss und Kassenbestand 31.12.2017:                                                               566,74 €

 

 

 

Zusammenfassend möchte der Vorstand das erste Geschäftsjahr des Vereins Helfen e.V. als riesigen Erfolg einstufen.

Aus dem nahezu Nichts wurde eine einsatzbereite aktive Organisation geschaffen, die aktiv die Not der Menschen bekämpft und genau das tut was der Name des Vereins sagt: Helfen.

Es wurden unzähligen Menschen die größtenteils in wirklicher Armut leben effektiv geholfen ihre persönliche Situation zu stabilisieren bzw. zu verbessern, mit dem Ziel, dass diese auf die Hilfestellung des Vereins im unmittelbaren persönlichen Bereich mittelfristig nicht mehr angewiesen sind.

Der Vorstand bedankt sich herzlich bei allen, die es ermöglicht haben, bei den Vereinsmitgliedern, bei den Ehrenamtlern und natürlich bei allen Menschen die für die gute Sache gespendet haben.

 

Duisburg 15.01.2017

Frank Knott

Vorstand Helfen e.V.